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Versuch über den Urlaub

Oktober 21, 2013

Urlaub ist ja im Prinzip eine tolle Sache, ist aber trotzdem nicht ohne Tücke.

Das beginnt schon bei einer so banalen Sache wie der Auswahl des Reiseziels und -domizils. Früher ging man da ins Reisebüro und ließ sich vertauensseelig von der Reiseverkehrsfachfrau das Hotel unterjubeln, welches ihr die höchste Provision bezahlte. heute muss man sich durch unzählige Webseiten pflügen, um ja den Anbieter herauszufinden, der einen am wenigsten übers Ohr haut, bildet dazu eigene Kategorien, um abwägen zu können, ob eine gute An- und Abflugzeit preislich einem Zimmer mit Meerblick vorzuziehen ist oder wie man Halbpension mit Flughafentransfer und Willkommensdrink verrechnet. Vor diesem eigentlichen Buchungsprozess steht natürlich noch der Dschungel der Bewertungsportale – eine Sisyphusaufgabe für jeden, der eine halbwegs vernünftige soziologische Methodenausbildung hat, sich „im Internet“ auskennt, zumindest ansatzweise paranoid und verschwörungstheoretisch angehaucht ist.

Hat man dann das subjektiv optimale Zielort-Preis-Leistungs-Bewertungs-Ratio-Reiseziel ausklamüsert, geht der Urlaub auch schon los.

Berlin hat ja zwei Flughäfen – den stadtnahen in Tegel, mit seinem 70er Jahre Charme ist er eine Art Rolf Eden der Flughäfen – und Schönefeld. Allein die Anreise ist demütigend, man muss eine Regionalbahn nutzen, was sonst in der Hauptstadt nur Brandenburger machen. Jeder weitere Kommentar überflüssig. Erreicht man dann den Flughafen, sieht man zerlumpte Gestalten zwielichter Herkunft, die planlos umherirren – und das ist nur das Personal…

Die Fluggäste verspühen den weltmännischen Charme von Eintopf. Sie haben bunt gefärbte Haare, DIN A 4 Mäppchen mit den Reiseunterlagen, Brustbeutel, schreiende Kinder und müssen alle am Security-Check ihre Taschenmesser, den Reiseproviant und unter Tränen auch Muttis Schminktasche zurücklassen. Dramen.

Im Urlaubsbomber bekommt man dann einen turnbeutelartigen Sack gefüllt mit einem Klumpen Brot, in den ein Streifen Käse gedrückt wurde und eine Schale Wasser. Catering mal ganz anders.  Nach dem Landeklatschen dürfen auch alle aussteigen – wäre ich Pauschalreiseveranstalter, ich würde noch ein Trinkgeldschälchen für den Kapitän aufstellen…

Urlaub an und für sich ist dann toll, auch wenn man wie immer Zweifel an der Reinheit des Poolwassers hat, wenn man sieht, dass der Poolliegennachbar schon im Liegen eifrig seine Nase leerräumt undd die Beute im Handtuch abstreift. Prost Mahlzeit.

Ansonsten alles fein, auch wenn, so gab ein Miturlauber zu bedenken, er ja sonst eher nicht in Hotels ist, die nicht unter deutscher Führung sind. Seine Frau pflichtete ihm bei, ihr dicklicher Junge mampfte landestypische Pommes. Von Vorteil für einen anderen Landsmann ar, dass die anwesenden Türken sogar ganz passabel deutsch sprachen – aber das kann man ja wohl auch erwarten, wenn man sicher die halbe Sippschaft von dem Ali in Deutschland aufgenommen hat…

Nun ja, was soll ich sagen – Urlaub ist schön!

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