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Was vom Tage übrig blieb

Januar 20, 2012

T- 18:40h, was für ein absurder Countdown.

Nach einem vorerst letzten Bier in Berlin sitze ich am Schreibtisch und überlege, was ich wohl nicht eingepackt oder vergessen habe werde, wenn ich am Samstag Vormittag meinen Koffer in Peking auspacke. Wahrscheinlich ist es die zweite Unterhose für die ungeraden Tage, der Abdeckstift für wenn mal eine Frau über Nacht bleibt oder Mülltüten – die vergisst man ja immer.

Was ich auf jeden Fall weiß ist, was ich vermissen werde. Meine Freunde und meine Routine.

Schön daran ist, dass ich weiß, dass meine Freunde meine Freunde sind und wir uns auch aus der Entfernung in Gedanken genauso nah sein werden, wie es bei meine Eltern sein werden – mit dem, was passiert und mit allen Erinnerungen, die uns verbinden.

Gut daran ist, dass ich aus meiner Routine ausbrechen werde müssen, mich einer neuen Kultur und einer neuen Umgebung öffnen werde und dabei teilweise hilflos dastehen werde, wie ein kleines Kind. Ein Aufbruch ins Ungewisse ist es aber natürlich nicht, China liegt ja nicht auf einem anderen Planeten und sollte der Kommunismus doch noch eine Überraschung für mich vorbereitet haben, würde ich mich zum Beispiel darüber freuen, wenn dort Gegenstände nicht einfach auf dem Boden zerschellen, sondern kurz davor noch eine Weile schwebend verharren, auf dass man sich überlegen kann, ob man sie nicht doch noch auffangen möchte.

Mein morgiger Tag sieht in meinen Gedanken aus wie ein Flussdiagramm eines 5jährigen – ich muss eigentlich nur von A nach B, aber zwischendurch noch A°, C, F und X erledigen und dann auch nicht vergessen, den Müll rauszubringen und auch den Tiefspüler nochmal für potentielle Zwischenmieter zu reinigen.

Sollte ich „da“ nicht auf die Möglichkeit zugreifen könne, hier zu schreiben, sage ich erstmal Tschüß.

Good night and good luck

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3 Kommentare leave one →
  1. hansoo permalink
    Januar 20, 2012 12:20 am

    tschüss und hab spass! wie lang bist du bei den chinesen?

  2. Januar 22, 2012 7:39 pm

    {Freddy Quinn-Lied}

  3. mykke_ permalink
    Februar 11, 2012 3:31 pm

    Orr, das dauert schon zulange! Twittern, twittern, meine Timeline-Chinesen twittern doch auch! 😀 Und schau, ob es Buchhandlungen gibt und was sie in den hippen Großstädten lesen, und bei Arte kam, dass es in den Parks solche Heiratsmärkte gibt, wo Eltern ihre Kinder beschämen, die sich sehr ärgern, aber nichts machen können, weil die Eltern ja nicht rund um die Uhr beaufsichtigt sind. Vielleicht kannst du da mit einem Pappschild hin und schreiben „In Deutschland bekannter Twitterer, habe auch Mülltüten dabei und weiß, wie man einen Schlips bindet“. 😀

    Twitter ist halbleer ohne @schlenzalot, fürchterlich!

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