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Ich blogge für meine Follower – 41 @laufbursche2012 “Marathon”

November 25, 2011

Marathon.

Seit die Superlativierungsindustrie mit dem Triathlon und dem Langstreckenschwimmen neue Extremsportarten hervorgebracht hat, ist der Marathon nicht mehr die ultimative körperliche Qual, die sich ein Mensch freiwillig antun kann. Nichtsdestotrotz sind diese 42,195km eine unfassbare Herausforderung – und das nicht nur während des eigentlichen Laufes, sondern auch in der Vorbereitung. Und auch nicht nur für den Läufer selbst, sondern auch für das familiäre Umfeld.

Setzt sich ein Läufer in den Kopf, einen Marathon zu laufen, geht es los:

Zuerst benötigt man ein professionelles Equipment, denn man ist ja nun nicht mehr Freizeitläufer, sondern angehender Marathoni, d.h. einfache Laufschuhe und Trainingsbekleidung reichen nicht aus. Man benötigt Schuhe für verschiedene Witterungen und Untergründe, Jacken, Shirts und Leibchen die sowohl aerodynamisch als auch klimatechnisch jedem NASA-Standard stand halten. Puls- und Blutdruck sowie Körperfett wollen digital überwacht werden und eigentlich muss man auch den Verlauf der Trainingsrunden via GPS aufzeichnen.

Ist die Grundausstattung angeschafft, kann man den Sommerurlaub aus finanziellen Gründen schon mal streichen, was ganz praktisch ist, weil das eh nicht in den Trainingsplan gepasst hätte, den man mit der Laufgruppe erstellt hat. Dass sich die Laufgruppe am anderen Ende der Stadt trifft, ist nicht so schlimm, dann fährt man halt eine Stunde hin, denn man hat ja ein Ziel, das es zu erreichen gilt.

So ein angehender Marathoni muss natürlich auch auf seine Ernährung achten, und so isst die ganze Familie fortan vermehrt Nudeln, Körner und Salat. Für jede Süßigkeit, die im Beisein des Athleten verzehrt wird, erntet man vorwurfsvolle Blicke – wie kann man seinem Körper das nur antun! Jahre- oder jahrzehntelange Angewohnheiten werden über den Haufen geworfen, und wüsste man es nicht besser, könnte man denken, da sein ein anderer Mensch eingezogen.

In den Tagen vor dem Marathon wird dann in immer kürzeren Intervallen das Reisegepäck auf seine Vollständigkeit geprüft und mit den den Lauf begleitenden Angehörigen minutiös geplant, wer wann bei welchem Streckenkilometer welche Hilfs- und Nahrungsmittel bereitzuhalten hat.

Der Lauf selber ist dann, abgesehen von dem leichten Ziehen im linken Unterschenkel, eigentlich kein Problem und kaum hat man nach dem Ziel wieder ausreichend Luft, verkündet der Läufer im Rausch der Glückshormone „Das mache ich nächstes Jahr wieder!“

Ich bin Sohn eines 25maligen Marathonläufers und einer 3maligen Marathonläuferin und bin wahnsinnig Stolz auf meine Eltern, die diese absurde Strecke zusammen in Hamburg, Berlin und New York bewältigt haben und kann jedem nur dazu raten, selber einmal einen Marathon zu laufen oder zumindest die erschöpften, aber sehr, sehr glücklichen und stolzen Gesichter von Marathonläufern aus der Nähe zu betrachten.

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