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Ich blogge für meine Follower – 39 @herbststuerme Mett und Chuck Norris

November 25, 2011
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Mett und Chuck Norris.

Wenn ein Mensch mit mittelmäßgem schauspielerischem Talent, das er in unterklassigen Filmen vorwiegend in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts dargeboten hat, es schafft, mit 71 Jahren eine Kultfigur zu sein, hat er irgendwas richtig gemacht. Was das ist – ich weiß es nicht, aber das ist auch nicht meine Aufgabe, ich bin ja kein Trendforscher und muss mich auch nicht in einer Expertenrunde dazu äußern. Ich mache mir nur meine Gedanken, wie Menschen, Produkte oder was weiß ich was „Kult“ werden.

Al Bundy ist Kult. Ein finanzschwacher Loser mit ausfallendem Haar, einer nervigen Frau und zwei Kindern, was in Betracht der ersten drei Tatsachen schon ohne weitere Beschreibung ein Debakel ist.

Dieter Bohlen ist Kult. Ein solariumsgebräunter ehemaliger Sänger und Ehemann, der sich im weltweiten Wahn des Disco-Pop eine goldene Nase verdient hat und jetzt über ein Imperium von Castingshow-Jüngern und TV-Sendern gebietet. Zugute halten muss ihm allerdings die Scheidungen und Naddel und Verona, dafür müssen wir leider das BWL-Studium wieder abziehen.

Afri-Cola ist Kult. Ein Getränk, das wie abgestandene Coca-Cola schmeckt und selbst in den Zeiten des Überflusses ungefähr so schwer zu beschaffen ist wie eine Banane in der DDR und als Beigabe zu Longdrinks aus einem Cuba Libre braunes Wasser mit Alkoholgeschmack macht.

Die Ente ist Kult. Ein Auto, das ständig umzukippen droht und aufgrund der herrschenden Zugluft eigentlich ab Werk ohne Fenster ausgeliefert werden könnte. Dafür weiß man sofort, dass der Fahrer seit 35 bei den Grünen ist oder sich als Musikalienhändler verdingt, außerdem kann man den 2CV problemlos mit 4 Jugendlichen in eine Parklücke tragen.

Alles, was „Kult“ ist, ist also offensichtlich irgendwie mit Fehlern behaftet, nicht perfekt, vielleicht sogar weit davon entfernt und vielleicht ist es das, was uns diese Kultmenschen und -Produkte so sympathisch erscheinen lässt. Sie sind nicht von der Norm glattgebügelt, haben Ecken und Kanten, eine Persönlichkeit.

Da wundert es keinen, dass auch das lange belächelte Mett zum Kultprodukt aufsteigt. Es ist kein Filet, es ist nicht vegetarisch, es ist nicht schön – aber wir haben es in unser Herz geschlossen.

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  1. herbststuerme permalink
    November 25, 2011 11:49 am

    Vielen Dank.

    Sie finden mich in der Bibliothek im Bereich Religionssoziolgie, Entstehung von Kulten, nahe der Abhandlungen zum Thema Massenspychologie. Auf dem Weg dorthin lese ich noch einmal Ihre Texte zur Inkonsequenz und Toleranz und streichel währenddessen meinen Mettigel im Handgepäck.

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