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Ich blogge für meine Follower – 12 @janonym Ritualmord

November 22, 2011

Ritualmord.

Und jetzt steche ich ihn dir rein und mit ganzer Kraft konzentriere ich mich darauf, dass du die ganze Kraft meines Metalles spürst. Voller Inbrunst dringe ich immer tiefer in dich und deine Persönlichkeit ein. Ich vernehme voller Wonne und innerer Befriedigung dein Ächzen und Stöhnen. Deine erste vehemente Abwehr gegen mein Eindringen scheint zu weichen und du sehnst dich letztendlich nach dem erlösenden Finale. Mit meiner letzten Energie ziehe ich ihn wieder aus dir raus und reiße dir gleichzeitig die Last deiner langjährigen Reife aus dem Körper. Voller Vorfreude erwarte ich das, was jetzt noch auf mich zukommt. Du ergießt dich mir in den schönsten Farben, du riechst wie ein Geschenk des Himmels, in dem Harfenklänge ertönen. Und auch mein Glas möchte endlich die kühle Freude deines roten Saftes erfahren. Keiner ahnte, wie lange ich schon nach dir gierte, denn ich konnte meine Zuneigung zu dir sehr gut und ebenso lange versteckt halten. Nicht das ich mich deiner geschämt hätte, aber der vermehrte Lustgewinn, den ich aus der Geheimhaltung erzielte, entschädigte mich für die Zeit des Versteckspielens. Am größten war meine Lust, als die anderen dich ansahen, als seiest Du eine unter vielen. Keiner kannte meine geheime Obsession für dich, und genau das machte es so spannend. Ich nahm dich mit auf mein Zimmer und keiner dachte sich etwas dabei. Ich genoss dich in vollen Zügen und du gabst dich mir ganz hin, zerflossest in meinen Händen und warst doch noch real. Für mich. Du lebtest nur für mich, und nur durch mich. Als wir dann zusammen ins Bett gingen, spürte ich dich ganz – du warst ich und ich war du. Meine Seele lag ausgebreitet vor dir und du nahmst von ihr Besitz wie ein unbesiegbarer Feldherr und ich gab dir die Kraft, in dem besetzten Gebiet deine Macht zu entfalten, weil ich schon immer an dich geglaubt hatte. Ich konnte mich für dich nicht ändern, aber es gelang mir, nach und nach, mich durch dich zu entwickeln. Ich erkannte mehr und mehr, was für mich wichtig war. Und was ich tun müsste. Die Dinge, die mir von Außen zugetragen wurden, verloren mehr und mehr ihre Bedeutung. Wir lebten von nun an nur mit für und durch einander. Und wir gingen immer mehr ineinander auf. Dir gefiel dieses Leben sehr, denn du konntest dich nur auf diesem Wege selbst finden und ich fühlte mich mit dir einfach sicher und verstanden, weil du meine Ansichten akzeptiertest. Ich musste mich nicht ständig rechtfertigen und erklären, ich hatte den lang gesuchten Rückhalt gefunden. In meinem Auftreten anderen gegenüber wurde ich sicherer und ließ auch einen gewisse Überheblichkeit nicht missen, die mit dieser Sicherheit einher kam. Manchmal erntete ich Anerkennung und gar Bewunderung, manchmal schlug mir Ablehnung und Unverständnis entgegen, aber diese Episoden verlachte ich nur. Ich war mir gewiss, dass diese letzteren Menschen nur von Neid und Missgunst über unsere perfekte Beziehung ihre eigenen Unzulänglichkeiten offenbart sahen und uns deshalb auseinanderbringen wollten. Von diesem Zeitpunkt an verbrachten wir die gesamte uns zur Verfügung stehende Zeit miteinander und lernten uns immer besser kennen. Ich gab dir mein innerstes Preis und auch du weihtest mich in die Geheimnisse deiner Vergangenheit und Zukunft ein. Unsere Gegenwart war eins. Abend für Abend roch ich deinen Duft, sah die schillernden Facetten deine Egos und betrank mich an der Fülle deines Körpers und drang immer tiefer in dich ein – und du in mich. Wir waren in dieser Zeit unzertrennlich. Kaum einem meiner Freunde aus alten Zeiten gelang es noch, mich ohne dich zu sehen. Zuerst nahmen sie es als eine der kurzfristigen Romanzen hin, dann als die doch ewig währende Liebe, die stets etwas von Selbstaufgabe an sich hat, aber sie nahmen es hin. Ich entfremdete mich immer mehr von ihnen, denn Du warst – wir waren –  mein Leben. Wir wurden immer exzessiver und immer mehr auf uns fixiert. Die Außenwelt hatte nur noch statistischen Charakter und auch die ernsthaftesten Versuche, mich von dir zu lösen, schlugen fehl, denn ich war nichts mehr ohne dich. Und dann kam es eines Tages über mich. Du warst nicht da und ich war allein. Keiner sprach mit mir, niemand wollte mich verstehen. Du warst nur einen einzigen Tag nicht da und ich merkte, dass die Beziehung „Du und Ich“ nicht existiert. Es gab nur noch ein du. Langsam kam mir die Erinnerung, wie alles angefangen hatte, und ich wusste, das ich ein Opfer war, das sich nur durch seine eigene Kraft wieder von dir lösen konnte. Denn nur als Einzelner, sich selbst bewusster Mensch kann es mir gelingen, dass zu schaffen, was mir wichtig ist. Ich brauche dich dafür nicht. Ich brauche anderes.

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